Bauen 4.0

Vor allem Architekten brechen eine Lanze für BIM

Düsseldorf. Die softwarebasierte Planungs- und Baumethode Building Information Modelling (BIM) ist in aller Munde, doch gebaut wird nach wie vor (fast nur) konventionell. Welche Akteure am Bau sorgen am meisten aktiv dafür, dass sich dies in Zukunft ändert? Ein von BauInfoConsult erhobenes Meinungsbild aus der Branche zeigt: Die Architekten gelten als die Berufsgruppe, die die Verbreitung von BIM am meisten vorantreibt – sogar mehr noch als die Bemühungen der Hersteller von BIM-Software selbst. Wer sich außerdem noch für die Verbreitung von BIM engagiert und wie dies im Hinblick auf die Zukunft zu bewerten ist, zeigen Ergebnisse der Trendstudie BIM Monitor 2017 von BauInfoConsult.

Bauen 4.0

BIM

Im Zuge dieser Marktstudie zum Stand der BIM-Nutzung in Deutschland hat BauInfoConsult 304 mitarbeiterstarke Architektur- und Ingenieurbüros sowie größere Verarbeiter in telefonischen Interviews zu ihren Erwartungen und Erfahrungen mit BIM befragt. Dabei ging es auch um die aktuellen Multiplikatoren von BIM: Die Architekten werden gemeinhin als die Akteure am deutschen Bau gesehen, die für die Verbreitung von BIM in Deutschland die größte Rolle spielen: Insgesamt drei von vier Befragten aus allen Berufsgruppen sind dieser Ansicht.

Natürlich werden auch die Marketing- und Vertriebsbemühungen der Software-Industrie selbst von fast zwei von drei Befragten als besonders wichtig für die Verbreitung von BIM empfunden, gefolgt von dem BIM-Engagement von Bauunternehmen und Ingenieuren. Der Politik stellt dagegen nur jeder vierte Bauakteur ein gutes Zeugnis aus. Das kommt nicht von ungefähr:

Zwar hat sich insbesondere das Bundesverkehrsministerium für BIM stark gemacht, doch bislang eher mit Schützenhilfe symbolischen Charakters. Immerhin sollen Projekte des Bundes weitgehend als BIM-Bauprojekte durchgeführt werden. Da der Bund als alleiniger Bauherr jedoch nicht allzu oft in Erscheinung tritt, betrifft dies nur einen geringen Teil des deutschen Baumarkts. Dennoch sollte die Brache sich hüten diese Chance geringzuschätzen: Auch wenige, aber wichtige BIM-Projekte des Bundes könnten auf die gesamte Branche eine gewisse Leuchtturmwirkung ausstrahlen.

Die prominente Rolle, die den trendbewussten Architekten im Moment zufällt, ist typisch für die Anfangsphase einer neuen Technologie am Bau. Viele Bauherren müssen erst von ihren Ansprechpartnern, also in erster Linie den Architekten dazu angeregt werden, den Einsatz einer in Deutschland noch weitgehend unpraktizierten Methode wie BIM überhaupt in Erwägung zu ziehen. Die Architekten sind deshalb derzeit die ideale Multiplikatoren für BIM. Wenig überraschend, dass sie von den Marketingabteilungen der Softwareanbieter verstärkt ins Visier genommen werden. Aber auch die Hersteller von Baumaterial sollten den intensiven Austausch mit den Architekten suchen, um für diese für sie besodners wichtige Zielgruppe attraktive BIM-Lösungen aufbauen zu können. 

In Zukunft werden aber auch andere baurelevante Berufsgruppen noch weitaus mehr Bedeutung erlangen, wie der Blick in die europäischen Nachbarmärkte mit weiter vorangeschrittener BIM-Marktdurchdringung lehrt: Sobald die BIM-Anwendung über die Planungsprozesse hinausgehen (BIM 4D), wird auch die Nachfrage bei den großen Verarbeiterbetrieben eher zur Regel als zur Ausnahme.

BauInfoConsult

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